Pfarrverband Alfimo Altenfurt - Fischbach - Moorenbrunn

Unsere Kirche stellt sich vor
Das Pfarrzentrum - Kirche, Pfarrhaus, Pfarrheim und Schwesternheim - wurde nach Plänen von Architekt Ferdinand Reubel erbaut. Der vorgesehene Kirchturm konnte leider aus verschiedenen Gründen nicht verwirklicht werden. Die Kirche selbst ist ein Betonbau mit strenger, klarer und sachlicher Linienführung. Das an der Altarwand befestigte Kreuz stammt von Cyriak Huber. Es befindet sich seit 1977 in der Kirche und beherrscht stilecht den wuchtigen Raum und zieht die Blicke der Besucher auf sich. Die beiden Barockfiguren rechts neben dem Altar zeigen Jesaja und Josef. Beide Figuren werden auf die Zeit um 1730/40 datiert. Bei einer räumlichen Umgestaltung der Kirche in den 80er Jahren hat man unterhalb der Empore eine vom Kirchenraum abgetrennte Werktagskapelle errichtet. In ihr befindet sich ein Bild von der Patronin der Kirche „Mutter vom Guten Rat" . Scheinbar abseits stehend vom beherrschenden Altarkreuz thront eine liebevolle Marienstatue mit dem Jesuskind als Wahrzeichen einer Marienkirche, Mutter vom Guten Rat (Mater boni consilii)Mutter des Guten Rates ist ein Titel mit doppelter Bedeutung. Jesus hat den Plan - „Consilium" Gottes, die Menschheit zu erlösen, verwirklicht: Er ist Plan der Erlösung, Erlösung und Erlöser. Er ist gut, weil nur Gott gut ist und er uns reich macht an allem Guten. Die Gottesmutter, Mutter Jesu des Guten Planes Gottes, ist Mutter des guten Rates. Sie ist auch Mutter vom Guten Rat, weil ihre letzten Worte im Evangelium „tut alles, was Er euch sagt", gerichtet an die Diener der Hochzeit von Kana, ein Rat sind, der nicht nur an jene Personen gerichtet war, sondern an alle, welche die Barmherzigkeit Gottes in ihrem Leben erfahren wollen. Es ist ein wunderbarer Titel, voll Hoffnung in dieser konfusen Zeit. Der geschichtliche Hintergrund Augustinerpatres leben seit 1278 in Genazzano, etwa 48 km von Rom entfernt. Ihr Kloster lag außerhalb der Stadt, vor dem Römischen Stadttor, genannt Pescara di S. Francesco. Im Jahre 1356 rief sie der Prinz Pietro di Giordan Colonna in die Stadtmauern, um die Pfarrkirche der Muttergottes vom Guten Rat zu betreuen. Ein Jahrzehnt später wurde die zerfallene Kirche wieder aufgebaut. Die selige Petruccia da Genazzano, Witwe des Giovanni da Nocera, steckte alle ihre Reichtümer in dieses Unternehmen. Doch die Kosten waren zu hoch und der Bau konnte nicht beendet werden. Am 25. April 1467, Fest des Hl. Markus, zur Zeit der Vesper, geschah etwas Außergewöhnliches in der Kirche: Lassen wir drei Dokumente aus der Zeit über dieses Ereignis berichten:
Ganz Italien setzte sich in Bewegung, um das Heilige Bildnis zu besuchen.
Stadt- und Dorfgemeinschaften zogen in Prozessionen zum Gnadenort. Von
vielen Wundern, Erhörungen und Spenden berichten die Geschichtsschreiber,
So konnten nicht nur der Wiederaufbau der Kirche, sondern auch der Bau
eines sehr schönen Konventes noch zu Lebzeiten der seligen Petruccia
beendet werden.
Die Tradition berichtet, dass das Bild aus Scutari in Albanien kommt. Tatsächlich, außerhalb von Scutari, am Zusammenfluss der Bojana und der Drina, wird ein Ort angewiesen, an dem eine Kirche der Muttergottes gestanden hat. Das Volk von Albanien bewahrt diese Überzeugung lebendig in seiner Tradition. Noch heute kommen fromme Albaner, ihre Gottesmutter zu verehren. Sie nennen sie Herrin von Scutari oder Herrin von Albanien. Die Patres des Heiligtums sind Zeugen. Sie sagen auch, dass das Fresko spontan die Kirche in Scutari verließ, als die Türken in Albanien einfielen. In der Wallfahrtskirche von Genazzano zeigt ein Basrelief - Engel über den Wolken -, die Maria mit dem Jesuskind aus Albanien forttragen. Auch ein Fresko stellt die Abreise aus Scutari dar. Ludwig Alberter |