Pfarrverband Alfimo

Altenfurt - Fischbach - Moorenbrunn

 

75 Jahre Pfarrei St. Sebald in Nürnberg-Altenfurt

Pfarrgemeinde ist ein Stück Heimat

Der 27. Juni ist heuer für die Nürnberger Pfarrei St. Sebald ein doppelter Festtag. Die Altenfurter feiern den 75. Weihetag ihrer Kirche und zeitgleich ihr Pfarrfest an der Rundkapelle. Nach dem Festgottesdienst um 10 Uhr ziehen die Gläubigen zu dem historischen Sakralbau aus dem 12. Jahrhundert, der so etwas wie das Herzstück des Pfarrverbands Altenfurt ist. Und der Leonhard-Übler-Platz vor dem Kirchlein trägt den Namen des Pfarrers, der untrennbar mit der Geschichte von St. Sebald verbunden ist.

Kirche St. Sebald 1940

St. Sebald um 1940

 

Äußerlich hat sich die Pfarrkirche in den 75 Jahren kaum verändert. Als der Eichstätter Bischof Dr. Konrad Graf von Preysing am 23. Juni 1935 das Gotteshaus weihte, war es etwas kleiner als heute, das Haupthaus kürzer, der Turm niedriger. Eine Notkirche gab es nie. In der 1919 gegründeten Genossenschaftssiedlung „Eigene Scholle“ auf dem Gebiet des heutigen Altenfurt waren die Katholiken in der Minderheit – doch sie nahmen bald zielstrebig den Kirchbau in Angriff.

 

Deshalb beginnt die Pfarrei-Geschichte eigentlich 1925, als 19 Katholiken nach einem Vortrag des Feuchter Pfarrers Franz Xaver Schmidt spontan den Kirchbauverein Altenfurt-Fischbach gründeten. 1934 wurde der Grundstein der Kirche St. Sebald gelegt. Und 1935 hatten 355 Katholiken aus Altenfurt, Fischbach und Moorenbrunn ihr eigenes Gotteshaus, als Tochterkirche von Feucht. Der wachsende Zuzug von Katholiken machte 1936 die Einrichtung einer Hilfspriesterstelle nötig, die mit Expositus Leonhard Übler besetzt wurde – dem späteren Pfarrer, dessen Name in Altenfurt eine feste Größe ist – auch weil er es mit Cleverness und Weisheit verstand, sein Schiff Kirche und seine Schäfchen unbeschadet durch politisch schwierige Zeiten zu lenken.

 

Schon bei Amtsantritt bekam Übler die kirchenfeindliche Gesinnung der Nazis zu spüren, als eine Rosenkranzandacht, die er während einer Rede Adolf Hitlers hielt, eine Anzeige nach sich zog. Es folgten weitere Schikanen, und dann die Schrecken des Krieges. 1942 wurden zwei der drei Glocken beschlagnahmt. Bald darauf fielen die ersten Bomben auf Altenfurt. Den Haupttreffer mit den schlimmsten Schäden erhielt die Kirche am 9. März 1943.

 

Pfarrer Übler hatte treue Helfer

Üblers gute Kontakte zu den Alliierten halfen nach Kriegsende, dass die Gemeinde mit jetzt schon 1200 Gläubigen sich weiter entwickeln konnte. Stets standen viele Helfer bereit, die ihren Seelsorger tatkräftig unterstützten. So konnte bereits 1945 der erste katholische Kindergarten eröffnet werden, dem weitere folgen sollten.. 1949 entsteht aus einer alten Wehrmachtsbaracke ein Pfarrheim. 1951 wird St. Sebald eigenständig und Leonhard Übler Pfarrer. Er ist zuständig für 6520 Katholiken in Altenfurt, Fischbach, Moorenbrunn und Langwasser. Ein Jahr zuvor war es ihm gelungen, die Rundkapelle, das älteste Heiligtum Nürnbergs, in den Besitz der Kirche zurückzuführen, 1952 wird Einweihung gefeiert. In Altenfurt wird die Pfarrkirche vergrößert und von Bischof Josef Schröffer eingeweiht. Sie ist jetzt 45 Meter lang, ihr Turm 40 Meter hoch, mit Turmuhr und neuem Geläute.

Pfarrer Übler

1984 Pfarrer Leonhard Übler und einer seiner getreuesten Helfer Siegfried Fleischmann

 

Altenfurt wird Mutterkirche

Der Südosten Nürnbergs wächst unaufhörlich. Ab 1960 entwickelt sich Altenfurt zur Mutterkirche. Fischbach und Moorenbrunn werden selbständige Pfarreien, erhalten eigene Gotteshäuser und später Kindergärten, ebenso geschieht es in Langwasser. Beim 50jährigen Jubiläum sieht sich die Mutterkirche St. Sebald von 4 Töchtern und 2 Enkelinnen umgeben. 1964 wurde zum ersten Mal der bis heute beliebte Martinszug veranstaltet, bei dem St. Martin auf seinem Pferd mit Gefolge zur Rundkapelle reitet.

 

1979 wurde auf Veranlassung Üblers eine öffentliche Altmaterialsammelstelle eingerichtet, die bis heute besteht. Die Verkaufserlöse waren damals ein wesentlicher Beitrag für die Errichtung des Caritas-Pirckheimer-Alten- und Pflegeheims. Bauträger war der Caritasverband Eichstätt. Eingeweiht wurde das Heim 1987.

 

Pfarrverband mit neuer Leitung

Einen großen Einschnitt brachte das Jahr 1991 mit der Neuordnung der Seelsorge. Altenfurt wurde Pfarrzentrum für die Gemeinden Altenfurt, Fischbach und Moorenbrunn. Pfarrer Karl Schiele übernimmt die Leitung des Pfarrverbands Altenfurt. Der 81jährige Geistliche Rat Übler steht ihm anfangs noch aktiv zur Seite. Für sein kirchliches, kulturelles und soziales Engagement wird ihm das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Übler stirbt 1996 – und lebt in den Herzen vieler Altenfurter weiter. In die Amtszeit von Pfr. Schiele fielen viele Sanierungs und Baumaßnahmen. Seine größte Aufgabe besteht bis heute darin, die Menschen der drei Gemeinden, die seinerzeit in die Selbständigkeit entlassen wurden, wieder in eine engere Verbundenheit zurückzuführen. Die Zahl der Gläubigen hat sich etwas reduziert. In Altenfurt sind es heute 2324, im Pfarrverband 5170.

Pfarrer Schiele

1992 Priesterjubiläum Pfarrer Karl Schiele

(v.l.: Pfr. Josef Pettla, Kpl. Alfred Grimm, Pfr. Karl Schiele, Dekan Heinz Schweiger, Geistl. Rat Leonhard Übler)

 

Pfarrer Schieles aktive Zeit in Altenfurt geht zu Ende. Mit dem neuen Schuljahr kommt sein Nachfolger Burkhard Lenz. Der scheidende Seelsorger wünscht sich für den Pfarrverband, dass es gelingt, viele Menschen – vor allem Familien und Jugendliche – mit dem kirchlichen Angebot zu erreichen – auf dass sie in der Gemeinde ein Stück Heimat finden.

 

Anlässlich des Jubiläums wird in der Pfarrkirche eine Ausstellung über 75 Jahre St. Sebald gezeigt.

 Pfarrfest

Freitag, 25.06. 19.45 Uhr Johannisfeuer; bis 23.00 Uhr Musik
 Samstag, 26.06. 16.00 Uhr Eröffnung des Pfarrfestes; bis 22.30 Uhr Musik
Sonntag, 27.06. 10.00 Uhr Jubiläumsgottesdienst in der Pfarrkirche, am Kapellenplatz Mittagessen und bunter Nachmittag, bis 20.00 Uhr Musik

 

75 Jahr St. Sebald Umzug
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