Liebe Mitglieder unserer Pfarrei Johannes der Täufer.
Die Zeit ohne persönliche Teilnahme an Gottesdiensten ist am 4. Mai vorbei. Allerdings sind, wie in anderen Räumen auch gewisse Regeln zu beachten.
Am 3.Mai werden wir uns noch mit der virtuellen Gottesdienstfeier zufrieden geben müssen.
Sie werden vom Pfarramt noch nähere Informationen erhalten, die auch hier veröffentlicht werden. Freuen Sie sich mit uns auf den nächsten Gottesdienst.

Die nachstehende Mitteilung von unserem Bistum bringt Ihnen die ersten Eindrücke wie es weitergeht.

Eine Mitteilung des
Bischöfliches Ordinariat Eichstätt HAIII Liturgische Bildung

 

Liturgie mit Pandemie – eine Anregung für Mitfeiernde

 

 

Die Kirche lebt von der Eucharistie! In der Feier der Eucharistie erfahren wir in einzigartiger Dichte die Gegenwart des Herrn, wenn er uns versichert: „Seid gewiss: Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

In den vergangenen Wochen mussten wir fast alle auf gemeinschaftliche Messfeiern verzichten. Wir können zwar dankbar digitale geistliche Angebote nutzen, doch ist ein grundlegendes Merkmal christlichen Gottesdienstes die konkrete Versammlung der Gläubigen. Im Blick auf die Sonn- und Feiertage war dies eine schmerzliche Entbehrung, die durch die gegenwärtige Viruspandemie notwendig geworden war. Gerade während der Kar- und Ostertage verspürten wir eine besondere Sehnsucht, den Höhepunkt des Kirchenjahres feierlich in Gemeinschaft zu begehen.

 

Gottesdienste – unter Auflagen wieder öffentlich

Nun ist es wieder möglich, dass öffentliche Gottesdienste gefeiert werden, und das ist wirklich ein Grund zur Freude in dieser Zeit, wo uns mancher Verzicht und manche Sorge das Herz schwer machen. Freilich gilt es, eine Reihe von Hygienevorschriften zu beachten, die letztlich zur gesundheitlichen Unversehrtheit von uns allen dienen. Diese Hygienemaßnahmen sind uns mittlerweile aus verschiedenen Lebensbereichen bekannt, denken wir an den Mindestabstand zwischen Personen, oder dass wir einen Mund- und Nasenschutz tragen, oder dass wir im Laufe des Tages wiederholt die Hände desinfizieren und Schutzhandschuhe tragen. Wenn diese Vorkehrungen nun Eingang in unsere Kirchen und Gottesdienste finden, wird uns das in aller Regel wohl ungewohnt und fremd vorkommen: Gesten und Zeichen der Liturgie, ja die liturgischen Dienste selbst stehen unvermittelt in Verbindung mit Gegenständen und Handlungen, die wir sonst mit dem Umfeld einer Klinik in Verbindung bringen.

 

Ungewohntes beim Kommunionempfang

Bei der Messfeier wird uns das besonders bei der Kommunionausteilung ins Auge fallen. Das Ineinander von heiligem Geschehen in der Liturgie und hygienischen Maßnahmen wird wohl nicht wenige von uns beim Kommuniongang irritieren und verständlicherweise auch Widerstreben oder gar Ablehnung hervorrufen, weil hier aufgrund der Nähe, die entsteht, besondere Vorsicht geboten ist.

Es dürfte manchen nicht leicht fallen, angesichts dieser Umstände die gewohnte Sammlung und Andacht beim Kommunionempfang zu wahren, weil die dem Geschehen angemessene Sakralität, die „Heiligkeit des Augenblicks“, kaum erfahrbar ist. Liturgiefremde Elemente beeinträchtigen das gottesdienstliche Geschehen. In diesem Zusammenhang verdient die Möglichkeit der geistigen Kommunion neue Beachtung. Sie kann Gläubigen eine geistliche Hilfe sein, wenn sie in diesen Umständen nicht zur hl. Kommunion gehen wollen und Christus nur geistig durch ein entsprechendes „Willkommens“-Gebet aufnehmen möchten.

 

Mit Freude zum Herrn hintreten

Wir sollten aber für den sakramentalen Kommunionempfang bedenken: Wenn wir unter diesen ungewohnten Umständen den Leib Christi empfangen, ist Christus real in der Gestalt des Brotes gegenwärtig. Daran ändern die äußeren Gegebenheiten nichts! Es liegt an uns, zu versuchen, ihn in gewohnter andächtiger Sammlung zu empfangen und vielleicht mit besonders offenem Herzen und mit innerer Freude zum Herrn hintreten, um mit ihm im Sakrament vereint zu werden. Das ist der persönliche Höhepunkt unserer Mitfeier der Eucharistie. Dieses Einssein mit ihm vertieft auch unser Einssein mit den Schwestern und Brüdern, ja mit der ganzen Kirche – ein geistliches Ereignis, auf das wir wochenlang verzichten mussten und das, so wollen wir uns einander wünschen, in diesem Jahr unserer Osterfreude eine neue, frische Dynamik geben kann.

 

Eichstätt, 29. April 2020

 

 

Lic. theol. Werner Hentschel

Komm. Diözesanbeauftragter für Liturgie